Wer an Schwabing denkt, denkt selten an Polizeimeldungen, sondern an Cafés an der Leopoldstraße, den Englischen Garten und gründerzeitliche Altbauten. Trotzdem lohnt der nüchterne Blick in die Statistik, denn das, was umgangssprachlich Schwabing heißt, verteilt sich auf zwei sehr unterschiedliche Münchner Stadtbezirke.
Wir haben die offizielle Auswertung des Statistischen Amts München zu den Straftaten in den Stadtbezirken 2025[2] sowie den Sicherheitsreport des Polizeipräsidiums München[1] ausgewertet und zeigen dir, wie sicher Schwabing im Vergleich zu den übrigen Münchner Stadtbezirken ist, welche Delikte am häufigsten registriert werden und wie sich die Lage in der ganzen Stadt entwickelt hat. Wenn dich die Aufteilung der beiden Bezirke interessiert, findest du Details in unserer Übersicht zu den Schwabinger Stadtteilen.
- Wie viele Straftaten gab es 2025 in Schwabing?
- Schwabing-West und Schwabing-Freimann im Stadtvergleich
- Die häufigsten Delikte in Schwabing
- Tatverdächtige in München nach Staatsangehörigkeit
- Wie sicher ist München im Großstadtvergleich?
- Kriminalität in München im Zeitverlauf
- Methodische Einschränkungen
- Häufige Fragen zur Kriminalität in Schwabing
- Quellen
Wie viele Straftaten gab es 2025 in Schwabing?
Schwabing ist kein eigener Verwaltungsbezirk. Der Norden gehört zum Stadtbezirk Schwabing-Freimann (Nummer 12), der dichter bebaute Süden zum Stadtbezirk Schwabing-West (Nummer 4). Die Polizei und das Statistische Amt führen beide getrennt. Zusammengenommen wurden in beiden Stadtbezirken 2025 rund 7.871 Straftaten[2] erfasst, davon 1.859 in Schwabing-West und 6.012 in Schwabing-Freimann.
Schon diese beiden Zahlen zeigen den entscheidenden Punkt: die beiden Schwabinger Bezirke liegen kriminalstatistisch weit auseinander. Schwabing-West ist einer der sichersten Stadtbezirke Münchens, Schwabing-Freimann dagegen einer der am höchsten belasteten. Warum das so ist, klärt sich beim Blick auf die Häufigkeitszahl.
Wie ist die Häufigkeitszahl zu lesen?
Die Polizei nutzt als Bezugsgröße die Häufigkeitszahl, also die Straftaten pro 100.000 Einwohner.[3] Sie macht Stadtbezirke unterschiedlicher Größe erst vergleichbar, weil sie die Einwohnerzahl herausrechnet. Eine reine Fallzahl sagt für sich genommen wenig aus: ein großer Bezirk mit vielen Fällen kann pro Kopf trotzdem sicherer sein als ein kleiner mit weniger Vorfällen.
Schwabing-West und Schwabing-Freimann im Stadtvergleich
Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist der Wert pro 100.000 Einwohner. Schwabing-West kommt 2025 auf rund 2.675 Straftaten je 100.000 Einwohner und landet damit auf Platz 22 von 25 Stadtbezirken, also unter den vier sichersten der Stadt. Schwabing-Freimann liegt mit rund 7.827 auf Platz 4 der am stärksten belasteten Bezirke, deutlich über dem Münchner Mittel von 5.798.[1]
| Rang | Stadtbezirk | Straftaten je 100.000 Einwohner (2025) |
|---|---|---|
| 1 | Altstadt-Lehel | 33.306 |
| 2 | Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt | 19.685 |
| 3 | Maxvorstadt | 8.484 |
| 4 | Schwabing-Freimann | 7.827 |
| 5 | Schwanthalerhöhe | 6.654 |
| 6 | Au-Haidhausen | 5.658 |
| 7 | Moosach | 5.386 |
| 8 | Berg am Laim | 4.949 |
| 9 | Obergiesing-Fasangarten | 4.679 |
| 10 | Milbertshofen-Am Hart | 4.199 |
| 11 | Sendling | 4.011 |
| 12 | Ramersdorf-Perlach | 4.010 |
| 13 | Trudering-Riem | 3.879 |
| 14 | Laim | 3.787 |
| 15 | Untergiesing-Harlaching | 3.703 |
| 16 | Pasing-Obermenzing | 3.622 |
| 17 | Neuhausen-Nymphenburg | 3.410 |
| 18 | Sendling-Westpark | 3.204 |
| 19 | Feldmoching-Hasenbergl | 3.196 |
| 20 | Bogenhausen | 2.950 |
| 21 | Aubing-Lochhausen-Langwied | 2.815 |
| 22 | Schwabing-West | 2.675 |
| 23 | Hadern | 2.619 |
| 24 | Allach-Untermenzing | 2.588 |
| 25 | Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln | 2.588 |
Hinweis zur Datenebene und Berechnung
Die Fallzahlen je Stadtbezirk stammen aus der Veröffentlichung des Statistischen Amts München (Straftaten in den Stadtbezirken 2025).[2] Die hier ausgewiesenen Werte pro 100.000 Einwohner haben wir selbst aus diesen Fallzahlen und der amtlichen Melderegister-Einwohnerzahl (Stand 31.12.2025) berechnet.[4] Sie können leicht von den Häufigkeitszahlen der Polizei abweichen, weil das Polizeipräsidium München eine etwas andere Einwohner-Bezugsgröße verwendet. Schwabing ist außerdem kein eigener Verwaltungsbezirk, sondern verteilt sich auf die beiden Stadtbezirke Schwabing-West (4) und Schwabing-Freimann (12).
Der große Abstand zwischen den beiden Bezirken erklärt sich aus ihrer Struktur. Schwabing-West ist ein fast reines Wohnviertel mit Altbauten, vielen Anwohnern und wenig durchreisendem Publikum. Schwabing-Freimann reicht dagegen weit nach Norden bis Freimann und Fröttmaning und enthält große Verkehrsknoten, Gewerbeflächen rund um den Frankfurter Ring, die Studentenstadt und das Stadiongelände der Allianz Arena. An solchen stark frequentierten Orten werden viele Straftaten registriert, während dort vergleichsweise wenige Menschen gemeldet sind. Genau diese Kombination treibt die Häufigkeitszahl nach oben, ähnlich wie in der Altstadt und der Ludwigsvorstadt, die das stadtweite Ranking anführen.
Die häufigsten Delikte in Schwabing
Wie überall in München macht Diebstahl den größten Block aus. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Deliktgruppen für beide Schwabinger Stadtbezirke nach den amtlichen Fallzahlen für 2025:
| Deliktgruppe | Schwabing-West | Schwabing-Freimann |
|---|---|---|
| Straftaten insgesamt | 1.859 | 6.012 |
| Diebstahl insgesamt | 617 | 1.452 |
| davon schwerer Diebstahl | 291 | 453 |
| davon einfacher Diebstahl | 326 | 999 |
| Vermögens- und Fälschungsdelikte | 304 | 902 |
| Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit | 368 | 984 |
| Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung | 64 | 119 |
| Straftaten gegen das Leben | 1 | 1 |
Was hinter den Zahlen steckt:
- Diebstahl dominiert. In beiden Bezirken zusammen wurden 2.069 Diebstähle erfasst, gut jede vierte registrierte Straftat. In Schwabing-Freimann entfällt mit 999 Fällen ein besonders großer Teil auf einfachen Diebstahl, was zur hohen Tagesfrequenz an Verkehrsknoten und Einkaufslagen passt.
- Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (dazu zählen Körperverletzung, Raub, Nötigung und Bedrohung) liegen in Schwabing-Freimann mit 984 Fällen mehr als zweieinhalbmal so hoch wie in Schwabing-West (368), auch hier wirkt die unterschiedliche Bezirksstruktur.
- Schwere Gewalt bleibt selten. Straftaten gegen das Leben wurden 2025 in Schwabing-West und in Schwabing-Freimann je einmal erfasst. Das bestätigt das insgesamte Bild: München gilt seit Jahrzehnten als sicherste deutsche Großstadt.
- Schwabing-West ist ausgesprochen ruhig. Mit 1.859 Straftaten bei rund 69.500 Einwohnern gehört der Bezirk zu den am wenigsten belasteten der ganzen Stadt, vergleichbar mit ruhigen Wohnlagen wie Bogenhausen oder Hadern.
Tatverdächtige in München nach Staatsangehörigkeit
Hinweis zur Datenebene
Tatverdächtigen-Zahlen veröffentlicht das Polizeipräsidium München nur für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Behörde, also für die Landeshauptstadt München zusammen mit dem Landkreis München, nicht je Stadtbezirk. Die folgenden Angaben gelten damit für den gesamten Präsidiumsbereich und lassen sich nicht eins zu eins auf Schwabing-West oder Schwabing-Freimann übertragen.
2025 hat die Münchner Polizei 45.926 Tatverdächtige ermittelt (ohne ausländerrechtliche Verstöße), 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr (44.080).[1] Rund drei Viertel der Tatverdächtigen waren männlich.
| Tatverdächtige 2025 (ohne ausländerrechtliche Verstöße) | Anzahl | Anteil | Vorjahr 2024 |
|---|---|---|---|
| Tatverdächtige insgesamt | 45.926 | 100,0 % | 44.080 |
| Männlich | 34.276 | 74,6 % | 33.040 |
| Deutsche | 22.433 | 48,8 % | 22.001 |
| Nichtdeutsche | 23.493 | 51,2 % | 22.079 |
| darunter Zuwanderer | 4.728 | 10,3 % | 3.926 |
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg 2025 weiter auf 51,2 Prozent, gegenüber 50,1 Prozent im Vorjahr.[1]
Wichtige Einschränkungen
Diese Zahlen sollten ohne Einordnung nicht weitergegeben werden:
- Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Verdachtsfälle nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.[3] Bis zum Urteil gilt jeder als unschuldig.
- Nichtdeutsch bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Ein in München geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist.
- Touristen, Pendler und Durchreisende sind enthalten. München ist eine Messe-, Tourismus- und Pendlerstadt. Wer als Auswärtiger hier eine Straftat begeht, taucht in der Münchner Statistik auf, obwohl er anderswo wohnt. Das treibt den Anteil auswärtiger und nichtdeutscher Tatverdächtiger nach oben.
Wie sicher ist München im Großstadtvergleich?
München trägt seit Jahrzehnten den Titel der sichersten deutschen Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern, zuletzt zum 50. Mal in Folge.[1] Die Häufigkeitszahl der Stadt lag 2025 bei 5.798 und damit klar unter der Hälfte der Werte vergleichbarer Metropolen.
| Großstadt | Straftaten je 100.000 Einwohner (2025) |
|---|---|
| München | 5.798 |
| Köln | 12.387 |
| Hamburg | 10.567 |
| Frankfurt am Main | 12.248* |
| Berlin | 13.233 |
*Für Frankfurt war die Häufigkeitszahl 2025 bei Redaktionsschluss des Sicherheitsreports noch nicht veröffentlicht, Wert bezieht sich auf 2024.
Auch für Schwabing heißt das: selbst der höher belastete Stadtbezirk Schwabing-Freimann liegt mit rund 7.827 immer noch unter den Stadtwerten von Köln, Hamburg oder Berlin, und Schwabing-West unterbietet das Münchner Mittel deutlich. Wer die Lebensrealität im Viertel einordnen will, findet ergänzend Zahlen in unserer Übersicht zu den Lebenshaltungskosten in Schwabing und zur Einwohnerstruktur.
Kriminalität in München im Zeitverlauf
Auf Stadtbezirksebene veröffentlicht das Statistische Amt München keine durchgehende Zeitreihe pro Viertel. Für die Gesamtstadt ist der Trend aber gut dokumentiert. Nach dem coronabedingten Tief 2021 stiegen die Fallzahlen bis 2023 deutlich an, seither sinken sie wieder.
Erfasste Straftaten im Stadtgebiet München pro Jahr. Quelle: Polizeipräsidium München, Sicherheitsreport.
| Kennzahl Stadtgebiet München | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Erfasste Straftaten | 101.996 | 100.330 | 98.478 |
| Aufklärungsquote | k. A. | 60,3 % | 62,9 % |
2024 wurden im Stadtgebiet 100.330 Straftaten erfasst, ein leichter Rückgang gegenüber 2023. 2025 sank die Zahl weiter auf 98.478 Fälle, gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 60,3 auf 62,9 Prozent.[1] Der Sprung der Aufklärungsquote über 60 Prozent gehört bundesweit zur Spitze unter den Großstädten.
Methodische Einschränkungen
Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:
- Schwabing ist kein eigener Bezirk. Alle Werte beziehen sich auf die Stadtbezirke Schwabing-West und Schwabing-Freimann. Letzterer reicht weit über das landläufige Schwabing hinaus bis Freimann und Fröttmaning, was die hohe Belastung mitprägt.
- Häufigkeitszahlen je Bezirk sind berechnet, nicht amtlich ausgewiesen. Sie beruhen auf amtlichen Fallzahlen und der Melderegister-Einwohnerzahl und können von den Polizei-Werten leicht abweichen.
- Hohe Frequenz erhöht die Fallzahl. An Verkehrsknoten, Einkaufslagen und Veranstaltungsorten werden viele Straftaten registriert, obwohl dort wenige Menschen wohnen. Das verzerrt die Häufigkeitszahl nach oben, ohne dass die Wohnbevölkerung stärker betroffen sein muss.
- Erfasste Straftaten sind keine Verurteilungen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählt polizeilich bekannt gewordene Fälle, nicht rechtskräftige Urteile.[5]
- Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Die Anzeigequote unterscheidet sich nach Delikt und Wohnumfeld und beeinflusst, welche Fälle in die Statistik einfließen.
Häufige Fragen zur Kriminalität in Schwabing
Ist Schwabing ein sicheres Viertel?
Ja, gemessen an München insgesamt. Schwabing-West gehört mit rund 2.675 Straftaten pro 100.000 Einwohner zu den vier sichersten Stadtbezirken Münchens. Schwabing-Freimann liegt zwar deutlich höher, das hängt aber stark an den Verkehrsknoten und Gewerbeflächen im Norden und nicht an den klassischen Wohnlagen.
Warum hat Schwabing-Freimann so hohe Werte?
Der Stadtbezirk Schwabing-Freimann reicht weit nach Norden bis Freimann und Fröttmaning und enthält große Verkehrsknoten, Gewerbegebiete am Frankfurter Ring, die Studentenstadt und das Umfeld der Allianz Arena. An solchen stark frequentierten Orten werden viele Straftaten registriert, während dort wenige Menschen gemeldet sind. Das treibt die Häufigkeitszahl nach oben.
Welcher Schwabinger Bezirk ist sicherer?
Schwabing-West. Mit 1.859 Fällen und rund 2.675 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt er klar vor Schwabing-Freimann (6.012 Fälle, rund 7.827 je 100.000 Einwohner).
Wie sicher ist München im Vergleich zu anderen Großstädten?
München ist 2025 mit einer Häufigkeitszahl von 5.798 die sicherste deutsche Großstadt mit über 200.000 Einwohnern, zum 50. Mal in Folge. Vergleichbare Städte wie Köln (12.387), Hamburg (10.567), Frankfurt (12.248, Wert 2024) und Berlin (13.233) liegen mehr als doppelt so hoch.
Wie hat sich die Kriminalität in München zuletzt entwickelt?
Nach dem Anstieg bis 2023 sinken die Fallzahlen wieder. 2024 wurden im Stadtgebiet 100.330 Straftaten erfasst, 2025 noch 98.478. Die Aufklärungsquote stieg im selben Zeitraum auf 62,9 Prozent.
Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in München?
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 bei rund 51,2 Prozent, gegenüber 50,1 Prozent im Vorjahr.[1] Dieser Wert gilt für den gesamten Präsidiumsbereich (Stadt und Landkreis München), nicht gesondert für Schwabing-West oder Schwabing-Freimann, und enthält auch Touristen, Pendler und Durchreisende. Die Statistik erfasst zudem nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund.